logo_icon_512x512

13. August 2016
nach konsumhund
Kommentare deaktiviert für πάντα ῥεῖ – alles fließt.

πάντα ῥεῖ – alles fließt.

Es ist lange her, dass ich etwas auf diesem Blog veröffentlicht habe. Von Zeit zu Zeit erinnert mich Facebook daran, akribisch, mit Angabe der Tage, die wohl vergangen sind. Dabei habe ich einiges geschrieben in der Zwischenzeit, Gedankenfetzen, einige Absätze, Ideen, Notizen… – und alles das fährt nun schon seit einiger Zeit Karussell auf meinen Festplatten. Was sich aber davon hier finden wird ist fraglich. Tag für Tag ändern sich Dinge, verschieben sich Prioritäten und was gestern noch einen ellenlangen Artikel wert zu sein schien, ist heute scheinbar vollkommen uninteressant.

Uninteressant ist hierbei das Stichwort. Es waren die vielen Gegenstände für Hunde, in die wir viel Geld gesteckt, sie aber dann verschenkt, weggeworfen oder nie wirklich lange benutzt haben, die mich auf die Idee für dieses Blog gebracht hatten. Es sollte ein Blog werden, in dem Artikel speziell für Hunde vorgestellt werden. Mit ihren Pros und Contras und einer Kaufempfehlung oder eben keiner. Tatsächlich hat sich aber herausgestellt, dass diese Artikel am wenigsten Interesse hervorgerufen haben und somit eher vom Aussterben bedroht sind.

Nicht vom Aussterben bedroht ist natürlich der Konsumhund. Auch, wenn sich die Artikel nicht mehr nur der ursprünglichen Idee widmen werden, gibt es natürlich noch vieles zu berichten. Stay tuned!

12039593_1042678332431117_895786426596473025_n-1

23. Oktober 2015
nach konsumhund
Kommentare deaktiviert für Glücklichmacher vom Dienst

Glücklichmacher vom Dienst

Fragt man heute einen Hundetrainer nach Möglichkeiten, den Trainingsaufbau mit Kunden und deren Hunden zu strukturieren, erhält man oft die Antwort, dass man das nicht so genau sagen könne. Es wäre alles so individuell, irgendwelche Methoden, die man weitergeben könne, gäbe es nicht, man müsse sich halt so auf sein Gefühl verlassen und dann auf den Kunden eingehen. 

Um so erstaunlicher ist es, dass ein Seminar mit dem Untertitel „Vom Erstgespräch zum Trainingseinstieg“ große Räume mit Menschen füllt, die hauptberuflich Hundetrainer sind. Noch erstaunlicher, da der eigentliche Titel einen Werkzeugkasten für schwierige Hunde ankündigt. Werkzeuge? Kasten? Also jetzt doch Methoden?

Es ist im Grunde kein Wunder, dass so mancher Trainer wie die Axt im Walde auftritt, gleich bei der ersten Gelegenheit ein- bis zweimal über den Kunden und dessen Empfindungen trampelt und ihn dann im Stechschritt einmal pro Woche über den frisch gemähten Rasen schickt – im Gänsemarsch, gleich vor und hinter den anderen Kunden. Immer schön aufrecht und auch gerne mal ein bisschen an der Leine zupfen, in die Flanke greifen oder wahlweise irgendwas über den Schädel ziehen, wenn der Hund nicht tut, was ein Hund nun mal tun soll. Artig sein! Gefälligst! Und zwar sofort!
Wenn ich heute zurück blicke, wie ich mit Anfang 20 meine erste Abteilung leiten durfte, grusele ich mich ein wenig davor, jemals einen solchen Chef zu haben. Einem Menschen die Führung anderer Menschen zu überlassen und auf selbst zu machende Erfahrungen zu verweisen, ist im Grunde so, als würde man einem 17 jährigen ein Dutzend Autos unterschiedlichster Bauart auf den Hof stellen, damit er erst einmal fleißig üben kann, bevor er dann mit dem Führerschein anfängt. Erfahrungen lassen sich eben nur in der Praxis sammeln. Eigentlich total logisch. Eigentlich.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger…

Immer mal wieder lese ich im Internet Anzeigen, die mir versprechen, mit einer ganz bestimmten Methode in kürzester Zeit ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen, reich, schön, potent oder sogar omnipotent und dergleichen werden zu können. Natürlich empfiehlt sich hier ein etwas genauerer Blick, verspricht mir die Person Reichtum und ist selbst reich, kann das helfen, auch wenn es natürlich keine Garantie ist. Verspricht die Person aber Reichtum und ist selbst nicht besonders gut aufgestellt, darf man durchaus am Erfolg der käuflich zu erwerbenden Methodik zweifeln.
Da ich nun schon einige Zeit mit der Hundeakademie in freundschaftlichem Kontakt stehe und selbst Kunde dieser bin, stellte sich für mich die Frage, ob diese nun Kunden habe oder nicht und ob die Trainer der Akademie nun vernünftig mit Kunden und deren Hunden umgehen natürlich erst gar nicht. Als ich also die Möglichkeit bekam, mich dort in meiner Rolle als Kunde auf Herz & Nieren prüfen lassen zu können, sagte ich gerne zu. Natürlich war mir da schon klar, dass das alles andere als ein Spaziergang werden würde.  

Was Hänschen nicht lernt…

oder Hänschen auf dem Weg zum Hans einfach mal vergessen hat. Pünktlichkeit, Auftreten, DOs and DON’Ts, Safety first, usw. usf. füllten den ersten Vormittag, angereichert mit persönlichen Erfahrungswerten und auch ganz besonderen Hinweisen, wie z.B. dem, dass man ein Erstgespräch nicht beim Kunden Zuhause führen sollte – oder ganz profan: Geh nicht zu fremden Menschen nach Hause!
Als eine Person, die schon seit 20 Jahren als Dienstleister tätig ist, hätte ich im Grunde erwartet, dass mich diese Ausführungen langweilen würden. Die Schnelligkeit, der große Informationsgehalt und die interaktive Gestaltung mit den Trainern lies diesen Teil des Seminars jedoch zu einer reichhaltigen Angelegenheit werden.

Klopf, Klopf – Wer ist da?

Ja, wer ist eigentlich da? Und, worum geht es eigentlich? – Was wie eine einfache Frage klingt, lässt sich oft erst nach sehr genauem Hinschauen ermitteln. Die Basis dafür bildet das sehr genaue Nachfragen, was im weiteren Verlauf durchgeführt und am folgenden Vormittag sehr präzise erläutert wurde. Das ein durchaus legitimes „Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?“ im Zweifel keine ausreichenden Informationen liefert, wurde bei allen teilnehmenden Kunden recht deutlich. Hier wurde eine solide Basis an Fragen genannt, an denen man sich für den Einstieg entlang hangeln kann, um herauszufinden, wohin die Reise mit dem Kunden letztlich gehen müsste.

Quo Vadis?

Nun ist das Ziel, welches man für den Kunden im Auge hat nicht immer das Ziel, dass der Kunde für sich selbst gesetzt hat. Und auch der zeitliche Aufwand und die mit dem Erreichen dieses Ziels verbundenen Kosten spielen sehr wohl eine Rolle bei der Kooperationsbereitschaft des Kunden. Hierfür wurden entscheidende und sehr wesentliche Ansätze besprochen und dargestellt, die letztlich zu Rückschlüssen führen sollen, was der der Kunde für sich möchte, für seinen Hund und was er bereit ist dafür zu tun oder zu investieren, immer unter dem Vorzeichen, dass Kunde und Hund überhaupt in der Lage sind, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Viele Wege führen nach Rom

… und nicht jeder Mensch ist ein Marathonläufer. Ist klar, wohin die Reise gehen soll, geht es nun um die Möglichkeiten, wie diese für Mensch und Hund möglichst angenehm, aber effizient und kompakt gestaltet werden kann. Sehr sympathisch an dieser Stelle: Auch in der Hundeakademie kocht man nur mit Wasser und ist sich dessen bewusst. Trainingsansätze werden ausführlich erläutert, Hintergründe beleuchtet und Variationen aufgezeigt, die vom Mensch-Hund-Team geleistet werden können. Sodass auch schon in der ersten Stunde kleine Erfolgserlebnisse mit nach Hause genommen werden können.

„Everybodys Darling is Everybodys Depp“

Auch die so genannte „Harmoniefalle“ kam zur Sprache, was sie ist, wie man sie erkennt und wie man sie ggf. vermeidet, wenn es denn notwendig werden sollte. Apropos Harmonie: Die Teilnehmer des Seminars waren durchweg sympathische und ambitionierte Menschen. Es machte fast ein bisschen den Eindruck, als würden vor allem die Leute solche Seminare besuchen, die solche Seminare im Grunde gar nicht brauchen.

König Kunde

So abgedroschen diese Phrase auch sein mag, als Dienstleister sind die Kunden nun einmal Könige – oder man hat ganz schnell keine mehr. Jeder, der sein hart verdientes Geld irgendwo lassen soll, wird sich in der Regel genau ansehen, ob er es dort auch gut angelegt sieht. Das bringt uns zu einer ganz anderen Gratwanderung, ganz ähnlich der Harmoniefalle, nämlich dem Telefonat. Nicht selten hat der Kunde hier das Bedürfnis von sich, seinen Lieblingen und von allen möglichen Vorkommnissen um diese herum zu berichten. Nur selten sind diese Informationen aber tatsächlich hilfreich. Es ist nicht wichtig, alles zu wissen, es ist wichtig, die wesentlichen Parameter zu erkennen und abzufragen, ohne hierbei den Kunden vor den Kopf zu stoßen. Der Kunde möchte, ganz selbstverständlich, auch von sich, seinen Problemen und seinen Bedürfnissen berichten. Ihn aufzufangen und die Informationen zu kanalisieren ist dann Aufgabe des Hundetrainers, sodass aus dem ersten Telefonat zur Terminvereinbarung keine unbezahlte Märchenstunde wird. Welche Möglichkeiten es da gibt und wie man sie anwenden kann, war ebenfalls integraler Bestandteil des Seminars.

Nach dem Training ist vor dem Training

Das gilt für jedes Einzeltraining, für jede Gruppenstunde und für jedes Seminar. So auch hier. Drei Tage lang wurde außerordentlich intensiv das Thema Umgang mit dem Kunden im Erstkontakt besprochen, Fallstricke aufgezeigt, Lösungsmöglichkeiten und ja, auch Werkzeuge an die Hand gegeben, um beim Kunden anzukommen, damit dieser letztlich bei seinem Hundetrainer ankommt und sich gut aufgehoben fühlt. Fachlich und persönlich. Insgesamt wurden 3 Kunden mit ihren Hunden behandelt. Mein Schäferhund und ich wurden hierbei intensiv über die drei Tage hinweg begleitet, sodass hier die gesamte Bandbreite erfasst und in der notwendigen Tiefe besprochen werden konnte. Die beiden anderen Kunden wurden jeweils an einem der Seminartage lang betreut, und stellten eine enorme Bereicherung für die Gesprächsführung und die Lösungsfindung dar.

Anstrengung, die sich lohnt

Obwohl der Titel darauf schließen lässt, dass es vorwiegend um schwierige Hunde geht, ist das Seminar sehr abwechslungsreich und auf die gesamte Bandbreite eines Erstgesprächs und den ersten Einstieg in ein strukturiertes Training ausgelegt. Wer also ein Seminar zu diesem Thema mit Tiefgang sucht, aber gerne auch ein paar Anreize für sein Training mitnehmen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Links:
hundeklo-1

15. September 2015
nach konsumhund
Kommentare deaktiviert für Schöne(r) Scheiße(n)

Schöne(r) Scheiße(n)

„Entschuldigung, Entschuldigung!“ – Ich drehe mich um. Neben mir steht eine Dame mittleren Alters. Sie wirkt auf den ersten Blick eher unsympathisch. Sie schaut drängelnd auf meinen Beaglewelpen, der gerade neben mir auf dem Grünstreifen steht. Wir haben das Büro kurz verlassen, um eine kleine Gassirunde zu drehen. „Ich wohne in diesem Haus!“ sagt sie und zeigt auf das Haus neben uns. Ein Radweg und ein Gehweg trennen den Grünstreifen von dem Vorgarten dieses Hauses. „Ja?“ sage ich. „Ja, also, können Sie Ihrem Hund vielleicht sagen, dass er nicht hier hin machen soll?“. Ich wusste es… „Dies ist ein öffentlicher Grünstreifen und ich hebe es auf.“ sage ich und versuche in meiner Stimme zu verpacken, dass ich keine Lust auf sie habe. „Aber, wenn Sie ihm das ganz früh beibringen…?“ Ich unterbreche sie, frage sie, ob der Hund mir vielleicht in die Hand scheißen soll und ich gefälligst in Ruhe gelassen werden möchte, weil ich den Kot sonst erst recht in Ihrem Vorgarten entsorgen werde. – Nun, was soll ich sagen, wir wurden keine Freunde.

Die Situation liegt ein paar Jahre zurück. Und immer mal wieder meint man mich darauf aufmerksam machen zu müssen, dass so ein Hund ja Hinterlassenschaften hat. – Danke! Weiß ich schon.

Unter den vielen kontrovers diskutierten Themen der Hundehaltung ist das Entfernen der Hinterlassenschaften des Hundes unter den Top 10. Zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern sogar unter den Top 3. Es gehört eben zu den nicht so gerne durchgeführten Tätigkeiten, sich einen dünnen Plastikbeutel über die Hand zu stülpen und den noch warmen Kot aufzuheben. Je nach Konsistenz und Geruch kann das auch ganz schön eklig sein. Das wird auch mit den Jahren nur bedingt besser.

„Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“ lautet da jedoch eine Redensart. Und wer hat schon gerne Scheiße am Fuß?! Also lautet die Devise in jedem Fall zunächst: Aufheben! Das erspart den Ärger mit den Nachbarn, den Behörden und saubere Schuhe hat man dann auch noch. Es gibt wirklich nichts Blöderes, als in die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu treten, die man gestern noch hat liegen lassen. Und euer Karma weiß das, verlasst euch drauf.

Eine Perspektive wird bei den Verfechtern von „Ich zahle Hundesteuer, die Straßenreinigung muss das weg machen!“ (was im Übrigen totaler Quatsch ist) oft außer Acht gelassen: Das Entfernen der Hinterlassenschaften geht zwangsläufig auch mit dem Sehen dieser einher, was einen sehr wichtigen Aspekt in der Kontrolle der Gesundheit unserer Hunde darstellt. Regelmäßig enorm stinkender Kot kann z.B. auf eine Unverträglichkeit gegenüber dem Futter hin weisen. Ist der Kot dauerhaft zu weich, können die Analdrüsen nicht vollständig entleert werden und entzünden sich. Ist der Kot zu hart, wird der Darm gereizt, worauf hin auch Blutspuren deuten können. Ist der Kot mit Schleim überzogen, könnte er sich Giardien (Darmparasiten) oder Würmer eingefangen haben. Auch die Menge des Kotes kann ein Indiz dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Frisst der Hund zum Beispiel eine beträchtliche Menge Futter am Tag und ist spindeldürr, rennt dabei aber keine 30 Kilometer am Tag und macht riesige Haufen, kann das aufgenommene Futter allem Anschein nach nicht gut verwertet werden. Usw. usf. – Es gibt also eine Menge guter Gründe, über die Ausscheidungen des Hundes informiert zu sein. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch übel riechender und/oder sehr gelber oder orangefarbener Urin auf organische Probleme hinweisen kann.

In den meisten Städten und Gemeinden gibt es unterdessen Kotbeutelspender oder sogar „Hundetoiletten“, also eine Kombination aus verschließbarem Mülleimer und Kotbeutelspender, sodass man sich nicht einmal mehr selbst um Beutel kümmern braucht und auch die Beutel nicht ewig mit sich rumschleppen muss, bis sich eine Gelegenheit zur Entsorgung bietet.

Manchmal sind die Beutel in den Spendern aber einfach sehr dünn oder es gibt keinen Spender im näheren Umkreis, sodass man sich selbst um die Beutel kümmern muss. Wir haben die „Poop Bags“ von Earth Rated mit Lavendelduft für euch getestet.

Die Beutel sind sauber aufgerollt, glatt und verströmen einen Lavendelduft, wie man ihn auch von billigen Raumsprays kennt. Der Geruch verblasst auch nicht, wenn die Beutel länger in der Jacke oder Hose verweilen, stattdessen nehmen die Kleidungsstücke dann diesen Geruch ebenfalls an. Die Beutel lassen sich leicht abrollen und gut abtrennen, mir ist kein einziger Beutel dabei gerissen. Sie sind robust und nicht zu dünn. Mit einem Preis von etwa 7 Cent (Amazonpreis) pro Beutel ist das duftende Vergnügen nicht gerade günstig, wer aber auf der Suche nach biologisch abbaubaren, finanzierbaren und gut handhabbaren Kotbeuteln ist, wird hier fündig. Trotzdem soll nicht verschwiegen werden, dass die Frühstücksbeutel beim ALDI nicht viel dünner sind. 120 Earth Rated „Poop Bags“ kosten  knapp 8 Euro + 3 Euro Versand, wohingegen 120 Frühstücksbeutel von ALDI nur knapp 50 Cent und einen Besuch bei der nächsten Filiale kosten. Dafür sind sie allerdings transparent (muss man mögen) und duften nicht nach Raumspray.

Unser Tipp: Versorgt euch am nächsten Beutelspender etwas über, lasst aber bitte noch was für die anderen Hundehalter drin. So bekommt ihr auch ein bisschen was von eurer Hundesteuer zurück. 😉 – Wer es aber gerne etwas fester und duftiger hat, ist mit den „Poop Bags“ gut beraten. Laut Hersteller gibt es die Bags auch ohne Duft, ich konnte jedoch in Deutschland keinen Lieferanten dafür finden.